Die Qual der Wahl?

Ist ein Entschluss erst mal gefasst, dann kann es für mich gar nicht schnell genug gehen mit der Umsetzung. Ich treffe sehr gerne Entscheidungen. Meistens wohl überlegt, wenn auch nicht lange. Manche nennen es unbedacht, böse Zungen sagen blauäugig – ich sage effizient! Wenn mein Bauch mir ja schon nach unglaublich kurzer Zeit sagt, was für mich und im Moment genau die richtige Entscheidung ist, warum bitte soll ich dann noch eine Nacht drüber schlafen?! Wenn es sich doch viel besser mit getroffenen Entscheidungen schlafen lässt?

Und ähnlich ist es dann auch mit der Umsetzung. Mein Tatendrang führt dann dazu, dass ich mich unglaublich schnell, intensiv und auch ausgiebig mit einem Thema beschäftige und dann auch leider alles andere als geduldig bin. Aber auch hier wieder: wozu diese Zeitverschwendung? Wenn man Job, Kind, Partnerin, Hund(e), Sport und dann bald auch noch ein Babyprojekt in 24 Stunden/Tag packen möchte, muss man klare Prioritäten setzen (… diese Aufzählung spiegeln sie SELBSTVERSTÄNDLICH nicht wider).

Daher kann man schon von einem laangen Prozess sprechen, wenn ich bzw. wir uns doch mehrere Wochen damit auseinandergesetzt haben, wie denn nun die Frau zum Kind und vor Allem zum Sperma kommt. Und gerade eine gemeinsam getroffene und getragene Entscheidung setzt voraus, dass man sich, wenn man schon nicht das gleiche Tempo hat, zumindest zu gemeinsamen Boxenstopps verabredet. Diese dienten dann in unserem Fall häufig dazu, dass ich mitteilte, welche Gründe für oder gegen das jeweilige Involement eines Spenders/Vaters/Vaters mit Onkelfunktion/guten Bekannten usw. sprechen könnten und die Beste aller Partnerinnen geduldig und einfühlsam jedes Phase, jedes Abwägen mittrug. Denn nachdem mein Zukunftsjoker eine Absage erteilt hatte, fingen wir ja wieder ganz von vorne an und zwischen „wir bestellen uns 0,5 ml Sperma eines blauäugigen Akademikers aus Dänemark“ und „frag doch mal deinen netten schwulen Kollegen“ war ja wieder alles möglich. Leider.

Ich frage mich, wie viele Frauen einen solchen Zukunftsjoker haben, bei denen man sich Versprechungen (Heirat, Kinder, WG, …) zu bestimmten denkwürdigen Zeitpunkten (30., 40., Scheidung, …) macht. Und noch viel mehr interessiert mich natürlich, wie viele dieser Versprechungen dann auch tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, wenn es „ernst“ wird. Aber davor ist niemand gefeit, denn kurz vor der „ich verkaufe meine Zukunft in Kartons auf dem Flohmarkt“-Entscheidung habe auch ich den jahrealten Versprechungen einen Korb gegeben…

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Neue Welten

In den letzten Monaten bin ich immer wieder eingetaucht in Themen, Überlegungen und auch Entscheidungen, mit denen ich mich vorher nicht mal im Ansatz beschäftigt habe – nahezu täglich neue Welten. Eine dieser neuen Welten ist die Welt der Blogger. Menschen, die über alltägliche, besondere, langweilige, nebensächliche oder auch weltbewegende Themen schreiben. Unabhängig davon, ob es jemanden interessiert oder es überhaupt jemand liest! Und nun trete ich selbst ein in diese Welt. Hier ist er nun: mein erster Blog-Eintrag.

Ich, die bereits vor Jahren ihren Facebook-Account gelöscht hat, die ihre Fotos mit mit einer Ortung versehen lässt und es befremdlich findet, mit einem statt in ein Handy zu sprechen, öffne mein Herz, meine innersten Gedanken und setze sie unwiderruflich ins WORLD WIDE WEB. Freiwillig. Und ich kann es noch nicht einmal auf die Hormone schieben! Zumindest noch nicht…

Einige dieser neuen Welten sind nüchtern betrachtet igendetwas zwischen absurd, lustig, abwegig und surreal. Will ich es deshalb festhalten und teilen?

Nicht neu ist unser Wunsch nach der Rudelvergrößerung. Jahrelang bin ich mit Umzugskartons voller Kinderkleidung, Wickeltischauflagen, Milchpumpenzubehör und diversen Fahrzeugen (vom Fahrradanhänger übers Bobbycar bis zum Laufrad) umgezogen in der Hoffnung, das alles der Großen noch mal verwenden zu können – für die vielen, vielen Geschwisterkinder, die unser zu Hause bunt und laut und aufregend machen sollten.

Dann kam alles anders. Und kurz nachdem der letzte Kram auf dem Flohmarkt verkauft war (ich drohte bereits in die Riege der professionellen Verkäuferinnen aufzusteigen, die mir anfangs fast schon Angst machten, hatte ebenfalls mobile Kleiderständer, Stapelboxen mit nach Größe und Saison sortierter Kleidung und befand mich in den Verteilerlisten der ganz Großen) und ich mich mit der chinesichen Version der Großfamilie abfinden wollte, wurden die Karten neu gemischt.

Ich lade Euch ein teilzuhaben an meinen Erfahrungen und Erkenntnissen zu Themen wie sexuell übertragbaren Krankheiten (alter Hut, oder?), dem Einfluss von Hustensaft auf die Gitterstruktur des Zervixschleims (bitte was?!) und Vor- und Nachteilen von Prozentrechnung im Vergleich zu binären Systemen. Ich lade Euch ein in meine Welt!